Ursachen von Unfruchtbarkeit beim Mann

Die häufigste Störung der Fruchtbarkeit beim Mann ist eine mangelhafte Produktion normal ausgeformter (Morphologie) und gut beweglicher (Motilität) Spermien.

Stark herabgesetzte Samenqualität

Die männliche Subfertilität zählt zu einer der häufigsten Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit. Die Erfüllung des Kinderwunsches bei männlichen Fertilitätsproblemen steht daher im Zentrum unserer Aufmerksamkeit und bildet eines unserer Schwerpunktthemen.

Eine stark herabgesetzte Samenqualität (bezogen auf die Anzahl, Beweglichkeit und Gestalt der Samenzellen) senkt die Wahrscheinlichkeit, Eizellen auf natürlichem Wege zu befruchten, sehr herab. Durch die Einführung der ICSI (Intracytoplasmatische Spermiuminjektion = Injektion einer Samenzelle in die reife Eizelle mit Hilfe einer Glaskapillare) im Jahr 1992 konnte ein großer Fortschritt in der Behandlung männlicher Fruchtbarkeitsstörungen erzielt werden. Seither ist es für uns möglich, auch bei stark eingeschränkter Samenqualität die Eizellen erfolgreich und in hoher Anzahl zu befruchten.

Einen weiteren Fortschritt bietet die Methode der IMSI (Intracytoplasmatisch morphologisch selektierte Spermiuminjektion). Hierbei können mittels hoher, digital nachbearbeiteter mikroskopischer Vergrößerung der Samenzellen morphologische Auffälligkeiten noch besser beurteilt werden. Die dementsprechend selektierten Samenzellen werden nachfolgend für die Injektion der Eizellen verwendet. Wir empfehlen die Methode der IMSI bei Kinderwunschpaaren, die eine hohe Anzahl an morphologisch auffälligen Samenzellen haben.

Die Ursachen hierfür können vielfältig sein:

Infektionen

Eine Mumps-Infektion in der Kindheit kann beispielsweise eine irreversible Zerstörung der Funktion des Hodengewebes hervorrufen.

Krampfadern im Bereich der Hoden

Die Wärme der Krampfader stört die Spermatogenese, hierbei kann bereits ein Temperaturunterschied von 0,7° C entscheidend sein.

Hodenhochstand

Hierbei bewirkt die Körperwärme selbst die Störung der Spermatogenese. Das kann sogar irreversible Schäden verursachen.

Hormonstörungen

Wie auch bei der Frau können Hormonstörungen die Ursache einer Störung der Samenproduktion sein. Wird beispielsweise vom Körper zu wenig Testosteron produziert, kann dies zu geringer oder ausbleibender Spermienproduktion führen.

Andere Ursachen

Hodentrauma (z.B. Fahrradsturz) im Kindesalter, blockierte Samenleiter, operierte Tumore, Diabetes mellitus, Stress.

Lifestyle und Umweltbelastungen

Es ist bekannt, dass starker Nikotin- und/oder Alkoholkonsum die Samenqualität stark beeinflussen können. Aber auch Anabolika, übermäßiger Konsum von koffeinhaltigen Getränken oder regelmäßiger Kontakt mit bestimmten Chemikalien oder Spritzmitteln können die Befruchtungsfähigkeit des Samens herabsetzen.