Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes

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Seit Ende Februar 2015 ist die Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes in Kraft. Damit sind nun auch in Österreich Präimplantationsdiagnostik, Eizellenspende, IVF mit Spendersamen und die Behandlung gleichgeschlechtlicher Paare mit Insemination und IVF erlaubt.

Samenspende bei der IVF, Behandlung gleichgeschlechtlicher Paare

Die Gesetzesänderung erlaubt die IVF mit Spendersamen – bisher war, auch im Rahmen einer Ehe oder Lebensgemeinschaft, nur eine Insemination mit Spendersamen erlaubt. Außerdem ist durch die Novellierung die IVF nun auch dann zulässig, wenn eine Schwangerschaft bei einer von zwei miteinander in eingetragener Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft lebenden Frauen herbeigeführt werden soll.

Präimplantationsdiagnostik

Unter Präimplantationsdiagnostik versteht man die Entnahme von Zellen und Untersuchung der genetischen Information von Embryonen in den ersten Entwicklungstagen. Damit wird es möglich, im Rahmen einer IVF Embryonen auf das Vorliegen schwerer genetischer Störungen zu untersuchen und damit das Einsetzen nicht entwicklungsfähiger oder mit schweren Erbkrankheiten belasteter Embryonen in die Gebärmutter zu verhindern.

Die Präimplantationsdiagnostik wird in Österreich mit starken Einschränkungen erlaubt und kann nun durchgeführt werden, wenn

  • nach drei oder mehr IVF-Versuchen keine Schwangerschaft herbeigeführt werden konnte und Grund zur Annahme besteht, dass dies auf die genetische Disposition der entwicklungsfähigen Zellen zurückzuführen ist, oder
  • zumindest drei ärztlich nachgewiesene Fehl- oder Totgeburten vorausgegangen sind und diese mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Ursache in der genetischen Disposition des Kindes hatten oder
  • auf Grund der genetischen Disposition zumindest eines Elternteils die ernste Gefahr besteht, dass es zu einer Fehl- oder Totgeburt oder zu einer Erbkrankheit des Kindes kommt.

Um eine nach dem Gesetz (§2a) zulässige Präimplantationsdiagnostik durchzuführen, muss jedenfalls eine IVF vorgenommen werden.

Schon bisher war es möglich, die sogenannte Polkörperdiagnostik durchzuführen. Hierbei werden die sogenannten Polkörperchen, die bei der Reifeteilung der Eizelle entstehen, untersucht, was Rückschlüsse auf die Qualität der Eizellen zulässt. Diese Untersuchungsmethode unterliegt nicht den oben genannten Einschränkungen.

Eizellspende

Wenn in den Eierstöcken einer Frau wegen eines vorzeitigen Aktivitätsverlustes der Eierstöcke, wegen fortgeschrittenen Alters oder als Folge einer Erkrankung keine entwicklungsfähigen Eizellen mehr heranreifen, ist es nunmehr möglich – in Analogie zur Samenspende – mittels Eizellspende eine Schwangerschaft zu erzielen. Die Eizellspende wird durch das Fortpflanzungsmedizin-Änderungsgesetz mit einem Alterslimit von 30 Jahren für die Spenderin und 45 Jahren für die Empfängerin zugelassen.

DI DDr. Marion Noe